Mundart kulturelles Anliegen

 

Wolfgang Müller bei Lesung des Fördervereins der Uhlandschule in Mühlacker – Publikum mit einbezogen

 

MÜHLACKER. „Für dohoim rum langts“ hat das Motto einer Lesung mit Wolfgang Müller in der Uhlandschule Mühlacker gelautet. Veranstaltet vom Förderverein der Schule legte der Dichter und Pädagoge aus Pfinztal ein Plädoyer für die Pflege der Mundart ab.

 

(von Volker Henkel)

 

Im zurückliegenden Schuljahr war er bereits als Pädagoge an der Uhlandschule. Auch damals, um über Mundart zu berichten. Bei den Schülern ist das laut Anne Hurst-Giraud sehr gut angekommen. Die Lehrerin an der Uhlandschule hatte Wolfgang Müller vor 33 Jahren kennengelernt. Damals war sie mit ihm als Pädagogin an der Pestalozzischule in Pforzheim tätig. Vom Förderverein der Uhlandschule war er nun für die Lesung eingeladen worden. Die Vorsitzende des Vereins, Rosemarie Kling, freute sich über rund 60 Besucher. „Ein Zeichen, dass Sie uns als Förderverein unterstützen.“ Schulleiterin Birgid Klepper betonte, dass eine Schule auf solch eine Hilfe heutzutage nicht mehr verzichten kann. Es war amüsant, Wolfgang Müller bei der Lesung zu folgen. Für ihn war es ein „Workshop“. Er bezog das Publikum immer wieder mit ein und garantierte damit ein lebendiges und kurzweiliges Miteinander. Die Pflege seines speziell auf das Pfinztal bezogenen „Hirschbachfränkisch“ ist ein ganz wichtiges Anliegen für ihn. Er will die Mundart erhalten, um diese Sprachkunst weiterzugeben. Damit verneint er nicht, dass es wichtig ist Hochdeutsch zu sprechen. Ebenso wie rechnen zu können, vor allem beim Kontakt mit einem Schwaben, wie er humoristisch meinte. „Mit ihr schemme solsch dich nicht“, setzte er sich in seinem Gedicht „Uff du und du mit do Mundart“ für die Dialektsprache ein. Wörter wie anneweg (trotzdem, dennoch) oder helinge (heimlich) ließ er in seinen lustigen Versen erklingen. Sie waren aus dem Leben gegriffen und für jeden hatten sie einen realen Hintergrund. Die Vorsitzende der Chorvereinigung „Freundschaft“ Enzberg, Gerti Thieke, gehörte zu den Besuchern. Sie wollte Wolfgang Müller live erleben, weil der Verein für kommendes Jahr gerne eine Veranstaltung mit ihm machen würde. Im Juni oder September ist eine „musikalische Lesung“ in Planung. Sie hofft, dass Wolfgang Müller mitmacht.